Bauch oder Kopf?

Aktualisiert: Apr 16

Wenn es um Entscheidungen geht, hört man oft die die Begriffe der "Bauch- oder Kopfentscheidungen"! Jeder kennt diesen Unterscheid und hat bestimmt schon Erfahrungen mit beiden Kategorien von Entscheidungen sammeln können. Ich würde behaupten, dass die meisten Menschen die Bauchentscheidungen als die stimmigeren angeben würden, während viele mit Kopfentscheidungen gemischte oder hauptsächlich schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Wir unterscheiden also in unserem Alltagsdenken und unserem Sprachgebrauch also die Herkunft unserer Entscheidungen: der "Kopf" arbeitet analytisch, Vernunft- und Werte-orientiert und rechnet gern in inneren Pro- und Contra-Listen Vorteile gegen Nachteile einer Entscheidung miteinander ab.

Der "Bauch" ist eher gefühlsbetont, intuitiv und orientiert sich vornehmlich an dieser bestimmten emotionalen Wahrnehmung, die in Freude, Lust oder Unlust unterschieden werden kann. Je nachdem ist es dann ein "ja" oder ein "nein".

Die meisten Menschen geben an, dass ihr Bauch wohl nie geirrt hat!

Ich möchte hier jedoch meine Erfahrungen einbringen, die mir gezeigt haben, dass es sich doch auszahlt, hier ein bisschen genauer hinzusehen, in sich hinein zu spüren und für sich genauer zu differenzieren!

Menschen, die schon früh auf bestimmte Inhalte und Ideologien konditioniert wurden, verwechseln das "Aufbäumen" ihrer unbewussten "Denk-Programme" mit ihrem Bauchgefühl und reagieren entsprechend der Programmierung. Was bedeutet, dass diese Entscheidungen nicht immer in ihrem Sinne waren! Dadurch, dass die Konditionierung unbewusst ist, reagiert der Bauch und nicht der bewusste Verstand bzw. die bewusste Erinnerung!

Meinem Verständnis nach ist es das Herz, dass -so habe ich in einem anderen Beitrag ausgeführt- der Träger und Bewahrer der Wissens, Gewissens und des Mitgefühl ist! Herzensentscheidungen fallen sicherlich nicht zum eigenen oder Schadens anderer aus, soviel halte ich für gewiss! Wir sind mit unserem Herzen mit dem Großen und Ganzen verbunden und sehen mit dem Herzen mehr als mit unseren Augen und verstehen mehr als mit unserem Kopf!

Doch wird auch oft die Qualität, die wir durch unseren Kopf mit uns tragen, leider viel zu oft unterschätzt! In der spirituellen Szene, wo oft gesagt wird, dass das Denken unnötig sei, wird regelrecht behauptet, der Mensch könne sich durch Fühlen alleine in der Welt optimal bewegen und das Leben bestreiten! Das wage ich schwer zu bezweifeln!

Warum sollten wir nicht unseren Verstand als Werkzeug benutzen?! Selbst wenn uns unser Verstand oft schon Schnippchen geschlagen hat, dann könnten wir uns doch veranlasst sehen, ihn zu entwicklen, verfeinern und kultivieren anstatt ihn abzustellen oder ihn als das Zeichen des Egos herabzukanzeln!

Darüberhinaus betrachte ich es als als gefährlich, seinen klaren Verstand nicht einzusetzen, denn über Emotionen sind wir sehr anfällig auf Manipulationen, wie ich oben bereits erwähnte!

Denn statt den Verstand abzuschalten, würde ich raten, die Arbeitsweise seines Verstandes genau zu beobachten, zu reflektieren und -nötigenfalls- zu verfeinern! Denn das, was uns allen, die wir in dieser Zeit, Kultur und Gesellschaft sozialisiert wurden, abtrainiert wurde, ist: seiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen!

Wie oft haben wir schon von unseren Eltern gehört, dass das, was wir wahrnehmen, nicht richtig sei, wir falsch liegen oder uns nur etwas einbilden würden!

In der Schule lernten wir auch viele Dinge, die wir nicht mit unserer Wahrnehmung abgleichen konnten! So lernten wir vielleicht mehr, den nicht überprüfbaren "Fakten" der Autoritäten und der anerkannten Wissenschaft zu vertrauen, als unsere eigene Wahrnehmung als geeichtes Messinstrument zu verwenden, um ein stimmiges Abbild der Welt in uns zu errichten. Ein klarer und scharfer Verstand kann daher bei Entscheidungen oder ganz allgemein im Leben viel hilfreicher sein, als einer, der nie besonders ernst genommen wurde.

Lernen wir vielleicht, unsere Wahrnehmung -besonders in diesen Zeiten Anfang 2021!- wieder für uns einzusetzen! Fragen wir uns immer wieder: wie hört sich das Eine und das Andere für uns an? Wo stimmt etwas, und wo widersprechen sich die Informationen? Klingt das logisch und nachvollziehbar, was man uns erzählen möchte? Passen die Informationen zu unserer eigenen Wahrnehmung? Recherchieren wir doch auch mal nach - das Internet steht allen offen!

Verwenden wir auch unser Herz wieder mehr zu gebrauchen, wenn wir wieder anfangen, mehr zu fühlen, was das Eine oder Andere mit uns macht, wie es auf uns wirkt! Lassen wir unser spüriges Herz und einen klaren Verstand dafür sorgen, dass wir uns nicht von unserem Weg abbringen lassen, unserer Wahrnehmung treu bleiben und schließlich das leben, was das Unsrige ist!

Beobachten wir auf der anderen Seite öfter, das, was unser Bauch an Signalen gibt! Wird in Werbung, Propaganda und anderen Manipulationen mit unserer Angst gespielt, um uns in eine bestimmte Richtung zu bringen, um uns zu beeinflussen? Werden uns Bilder eingepflanzt, auf die wir emotional reagieren, um mit uns etwas bestimmtes zu erreichen?

Wenn wir uns immer wieder mit unserer Wahrnehmung und unserem Denken auseinandersetzen, reflektieren, uns immer wieder fragen, wie gewisse Eindrücke auf uns wirken und wie wir darüber denken, dann können wir auf eine höhere Stufe von Unabhängigkeit und Bewusstsein kommen: Unabhängigkeit im Denken und Fühlen, Bewusstheit über unsere Sinne und Werkzeuge. Damit erreichen wir, dass wir nicht mehr manipuliert und fremdgesteuert werden können. Mit einer guten Verbindung zu deinem Herzen kannst du auf eine neue Ebene unseres Seins gelangen: mehr Souveränität im Denken, Spüren, Handeln und unseren Entscheidungen.

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