Die Bedeutung des Menschenbildes für die Psychotherapie

Aktualisiert: März 4

Von 2003 bis 2019 habe ich die Psychotherapie-Szene in Österreich als einst aktiver Psychotherapeut näher kennengelernt und meine Erfahrungen darin gemacht. Von 2010 an gewann ich durch meine Weiterbildungen in Energetik und aufgrund meines eigenen spirituellen Weges immer mehr eine alternativen Standpunkt sowie eine Außen-Perspektive zum herkömmlichen, in den Ausbildungen gelehrten Menschenbild.

Auch, wenn es mittlerweile unzählige, inhaltlich verschiedene Therapierichtungen gibt, eines haben diejenigen, die politisch und gesellschaftlich Anerkennung gefunden haben, gemeinsam: genauso, wie es die Medizin seit Jahrhunderten tut, sie schließen die Präsenz des Geistes, einer Seele, sowie auch höhere Existenz-Ebenen, Dimensionen und die Existenz eines Schöpfers aus. Es mag natürlich vereinzelt auch Therapeuten geben, die zum Beispiel im Wissen und in der Verbindung zu höheren Ebenen arbeiten, diese haben aber meiner Beobachtung nach kaum Anerkennung in den Reihen der wegweisenden Persönlichkeiten der Szene oder im breiten wissenschaftlichen Konsens gefunden! Im Gegenteil sogar!

Wenn wir uns menschliche Phänomene vor Augen halten, die Thema in Therapien werden können, dann macht es meiner Erfahrung nach einen gewaltigen Unterschied, ob nun die spirituelle Ebene zum Verständnis der Phänomene herangezogen wird, oder nicht! Wenn Depressionen, Angst oder eine verstrickte, karmische Beziehung nur auf der Basis von falschen Glaubenssätzen, oder mit der Hauptverantwortung der Erziehung durch Mama und Papa erklärt werden können, fallen sehr, sehr viele andere Möglichkeiten des Verständnisses für die jeweilige Situation vollkommen weg!

Die klassische Psychotherapie versucht die Psyche zu heilen, und die Psyche entspricht im Wesentlichen dem Emotionalkörper in der Interaktion mit dem Mentalkörper. Ein Verständnis für Angelegenheiten der unsterblichen Seele, mit ihren Erfahrungen in anderen Leben oder anderen Dimensionen, einen Lebensplan, karmische Erfahrungen und Wiederholungen, die nur wenig mit Gegebenheiten aus diesem Leben zu tun haben, sucht man in klassischen Therapieansätzen vergeblich! Ein tiefes Verständnis für den spirituellen Sinn des Lebens, unsere Beziehung zu Gott, bestimmten auf der Erde wirkenden Kräften und ihre Wirkung auf uns wird in der stark schulmedizinisch ausgerichteten Psychotherapie-Landschaft ausgeblendet! Auch ist mit noch kein klassischer Psychotherapeut untergekommen, der ein Wissen über die Hermetischen Gesetze hatte - also die fundamentalen Spielregeln, die hier auf Erden gelten!!

Ich habe selbst mit mehreren Lehrtherapeuten die Erfahrung gemacht - und beobachte das auch bei Kollegen und Klienten klassischer Therapierichtungen -, dass sie mich zwar im Ausdruck von Gefühlen bestärkt haben und mir das Bewusstsein für mein erlittenes Unrecht in diesem Leben erhöht haben. Aber ich blieb dann jahrelang in der Spaltung zu all meinen Mitmenschen, die mein sogenanntes Unrecht verursacht hatten mit all meinen Ressentiments gegenüber diesen! An dieser Stelle werden meiner Erfahrung nach die meisten Klienten und Therapieabgänger stehengelassen: dort, wo man sich schließlich berechtigt fühlt, sich über Mama und Papa zu ärgern, ihnen eine große Verantwortung am eigenen erlebten Unheil zuzuschieben und somit die Opfer-Rolle als weitere Identifikation zu integrieren! Diese innere Spaltung kostet Lebenskraft, auch wenn man vorerst nichts merkt. Der Therapeut, der diese Haltung ermöglicht, rutscht oft dann unbewusst in die Retter-Rolle, und dann ist das Dreiecksdrama "Täter-Opfer-Retter" perfekt eingerichtet. Man lernt in dieser Ideologie für seine künftigen Beziehungen, dass es bei Schwierigkeiten immer ein Opfer und einen Täter gibt! Der Retter ist dann der Held, bei dem sich das Opfer die Hilfe suchen kann - somit sind Abhängigkeiten vorprogrammiert!

Wenn du jedoch eine schwierige Partnerkonstellation aus der Perspektive und mit diesen Fragen betrachtest:

  1. Was spiegeln wir uns und wo stoßen wir uns an den Dingen, die wir auf den anderen projizieren? Welche Qualitäten können wir in uns nicht erkennen, dass wir sie dann im Anderen sehen! Was hat der Andere, was uns anzieht oder abstößt, was wir auch in uns angelegt haben, aber nicht im Bewusstsein halten? Denn "so wie Innen so im Außen" ist eines der Hermetischen Gesetze!

  2. Statt sich in der Opferenergie zu halten könnte man fragen, was man eventuell selbst unbewusst provoziert oder was man schließlich aus dem Erlebten lernen könnte. Immerhin sind wir Seelen ja hier auf Erden für Begegnungen jeder Art "verabredet" und somit sind auch schwierige Situationen auch selbst mitverantwortet! Lies dazu auch den Beitrag über den Seelenplan!

Wie du erkennen kannst, lassen diese Fragestellungen keine Täter-Opfer-Retter-Kollusion zu, denn sie betonen immer auch die Eigenverantwortung und den Seelenplan, für den wir ebenso zuständig sind, nur dass es uns bis dato in diesem Leben nicht bewusst war! Dann braucht auch der Therapeut nicht der "Retter" zu sein, denn es gibt dann keine Täter und Opfer, sondern nur am Geschehen eigenverantwortliche Seelen, denen man dies höchstens in Erinnerung rufen darf und ihnen helfen kann, diese Perspektive einnehmen zu können!



Wenn wir uns nicht der Ideologie der Spaltung unterwerfen, sondern erkennen, dass alles, -auch wir!- mit allem verbunden sind; wenn wir unsere wahre Herkunft wissen und diese in uns erkannt und bestärkt wird, dann sehe ich damit einhergehend ein Aufrichten der Menschen in ihr spirituellen Bewusstsein und Selbstverständnis!

Es macht einen gewaltigen Unterschied, wenn du aus den Augen, die dich von deinem Therapeuten ansehen, erkennen kannst, dass du als vollkommen gesehen wirst, auch wenn du gerade große Probleme hast! Dass du als Seele betrachtet wirst, die dabei ist zu lernen, sich zu erweitern, um als Kind Gottes diese Vollkommenheit auch in sich zu erkennen und auch erkennt, dass alles, wie es im Moment ist, genau richtig ist und mit sich, der Welt und den Menschen in den Frieden kommt.

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